Freitag, 6. Januar 2017

Der Wahnsinn der Gesetzesgebung

Wie geht es weiter, wenn diese Entscheidung getroffen ist? Zu wissen, dass das Schicksal, der Zufall raus ist? Dass das eigene, so geliebte, so gewünschte Baby niemals lebend zu Welt kommt. Weil man sich dafür entschieden hat, sich entschieden hat, seinem Baby alles weitere an Schmerz zu nehmen.
"Vom körperlichen Schmerz ist es das gleiche wie bei der Fruchtwasseruntersuchung, also nicht so schlimm.", wie schön von einem Mann zu hören, dass das ja nicht so weh tun würde. Wie schön, dass er niemals das Gefühl haben wird eine Nadel in einen prallen Babybauch gestochen zu bekommen, den Schmerz wenn die Gebärmutter sich zusammenzieht, verletzt von etwas was da nicht sein sollte, nicht mehr in diesem Monat.

Für uns unverständlich war das was folgte, man hatte uns das grauenhafte Schicksal unserer Kleinsten erklärt, würde man sich gegen den Fetozid entscheiden. Den Horror fein schattiert in allen Grau- und Schwarznuancen dieser Welt.
Doch dann irgendwie eine kleine Kehrtwende: Unsere Entscheidung wäre gut, aber ob man dem zustimmen würde müsste nun eine Ethikkommission beurteilen. Dabei dürfe man nicht auf das Wohl des Kindes schauen, sondern dürfe nur nach dem Schaden gucken, dem der Mutter hinzugefügt werden würde, sollte man es nicht tun. Mein Baby war doch kein Schaden!!! Ich war und bin seine Mama und es ging mir ganz allein um ihr Wohl, um was hätten es mir sonst gehen können?
Ich bin entsetzt über diese Art des Gesetzes! Ich mach dem Arzt keine Vorwürfe, er ist schließlich gezwungen sich an dieses Gesetz zu halten, er muss sein anschließend vor der Staatsanwaltschaft rechtfertigen, dass er zustimmt.
Und trotzdem ist es falsch, dass mein letzter Ausweg war, mit Selbstmord zu drohen sollten sie meinem Kind verweigern wozu uns doch so geraten worden war und was sich richtig anfühlte weil ich merkte, dass meine kleine Maus nicht wusste was auf sie zukommen würde. Dennoch war es eine sinnlose, zermürbende Sache. Deplatziert in so einem Fall, Selbstmorddrohung als letztes Mittel um dem Arzt irgendeinen triftigen Grund zu nennen, der nicht das Wohl des Kindes betrifft.
Wie schrecklich hilflos war mein Mann... Seine Meinung zählte nicht, sein Wunsch egal, fatal wie sehr man die Väter abkoppelt obwohl es genau so ihr Baby ist.
Die Entscheidung dauerte, es wurde wohl hart verhandelt. Zwischendurch der Anruf ob  unsere Tochter immer noch lebe.... Sie tat es.
Dann kamen an meinem Geburtstag gleich zwei Anrufe. Einmal aus der Humangenetik, dass wir beide keinerlei Erbanlagen für Gendefekte in uns trugen und dann der Anruf, dass dem Fetozid zugestimmt worden sei.
Wir sollten in 6 Tagen in die Klinik kommen.

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