Donnerstag, 13. April 2017

traditionell ausgeflippt - Dinge die ich von meine Tochter lerne

Einerseits bin ich ja sehr traditonell eingstellt was Werte belangt, Heimchen-am-Herd-Heimatfilme-Fantasien könnten mich da bereits verraten haben. Andererseit bin ich bei gewissen Dingen total offen um es mal ganz hipp zusagen "voll ausgeflippt" oder bin ich damit schon wieder out und es müsste "fly" heißen? Hm.. lassen wir das.
Werte jedenfalls bedeuten mir eine Menge, meine Familie die ich mir grade aufbaue bedeutet mir eine Menge! Zusammenhalt und Ehrlichkeit, sowie Loyalität und  Vertrauen sind Grundpfeiler in Beziehungen die ich eingehe. Ist das nicht vorhanden, wird das nichts mit mir. Konnte es noch nie, denn ich bin misstrauisch. Wenn ich jedoch mein Herzchen öffne, dann hat der andere verloren, denn drinnen ist drinnen und kommt dann raus, dass ich falsch lag, kann ich es einfach nicht glauben. Ehrlich, ich bin treu-doof, ich kann mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen, dass jemand sich geändert hat oder aber einfach ein unerkanntes Arschgesicht war.
Passiert ist mir dies zum Glück bisher nur einmal und da war ich ein Teenager und hätte die Anzeichen deuten können, wollte ich aber nicht.

Zu diesen besagten Werten gehört auch meine Ehe. Ohne Ehe keine Kinder. Dabei ist mir nicht mal wichtig ob es eine Ehe auf dem Papier ist oder aber ein gefühlte Ehe, mir geht es um die traditionellen Werte einer Ehe. Heutzutage heiraten viele, denn sich scheiden zu lassen ist verdammt einfach. Aber für mich bedeutet eine Ehe tatsächlich für immer. Selbst wenn ich dich hasse, bleibe ich bei dir und arbeite solange an mir und du an dir und wir an uns bis wir wieder funktionieren und ich dich liebe. Es heißt: "Ich habe mich entschieden, aus dem tiefsten Inneren meine Herzes und meines Hirns.".
Keine: "Alles klar, im Moment läufts super, lass mal heiraten, an morgen denke ich nicht, wenns schief geht, gehts schief, ich bin eine moderne Frau und kann mich scheiden lassen!"-Nummer, die gibt es bei mir nicht. Ich habe diesen jemand mit all seinen Fehlern geheiratet und nicht nur seine tollen und positiven Seiten und umgekehrt ist das genauso. Nicht nur ich habe mich ja auf Lebenszeit verpflichtet den anderen zu ertragen sondernd er ja andersrum auch (und ich bin, wie so die meisten Frauen auch nicht immer total einfach).
Die Liebe muss auch  gar nicht immer taufrisch sein, sie kann mal einen Durchhänger haben. Mal liebt man sich eben weniger und das ist okay solange man bereit ist, sich jederzeit wieder neu in den anderen zu verlieben.
Eine Liebe in der Ehe wandelt sich, wie die Menschen auch. Eine wirken mit 30 bereits wie Urgroßeltern und Urgroßeltern können wiederum wie 30 wirken und frisch und lebenslustig und aufgeschlossen sein. "Wir haben es nicht geschafft.", in einer Ehe, bedeutet ein Stück weit auch: "Wir waren nicht bereit dazu es zu schaffen.". Für denjenigen der die Entscheidung trifft ist es vollkommen richtig, grade dann wenn die Ehe mit dem Herzen geschlossen wurde und vielleicht nicht mit dem Hirn zusammen. Dann bekommt man eine neue Chance sich einen Partner zu suchen wo Herz und Hirn: "JA!!!" brüllen.
Deswegen finde ich sollte eine Ehe entstehen (ob auf dem Papier oder nicht, vollkommen Wurst- für die Vegetarier Käse) bevor Kinder entstehen. Für Kinder sollte man sich mit Herz und Hirn entscheiden, finde ich. Denn spätestens dann wirds doch haarig, wenn man den oder die Falsche erwischt hat. Kinder verändern die Beziehung grundlegen und ja, da hört meine Erfahrung auf, ich weiß nur wie es sich anfühlt eine Ehe mit einem Sternenbaby zu führen. Das zumindest fühlt sich sehr gut an, denn so etwas zusammen durchzustehen ist wirklich nicht leicht. Manchmal guckt man den anderen an und sieht das Goldstück, das tut weh. Manchmal kommen Gedanken, dass wenn man den anderen nicht kennen gelernt hätte, man niemals dieses Leid durchmachen hätte müssen. Eine Trennung wäre so oft so viel leichter gewesen, aber dann stand da auf dem Grunde des Ehehauses  dieses massive Fundament, unkaputtbar, gemacht um alles zu überstehen.
Auf dieses Fundament können wir bauen, Luftschlößer, Steinbungalows, Blockhütten, Fertighäuser und Stadtvillen, wir können ausgeflippt sein, denn wir haben eine Basis die uns hällt.
Ausgeflippt oder eben anders kann eine Ehe trotz traditioneller Werte allemal sein. Ein Beispiel?
Ich sehe es nicht zwangsläufig als Pflicht an, dass mein Mann mich mein ganzes Leben lang als einzige sexuell begehrt. Sollte er mal mit 45  tierisch Bock auf eine rassige, spargeldürre Rothaarige haben, bitte. Für was gibt es Freudenhäuser? Das haben wir besprochen, wenn einer mal Bedürfnisse hat, dann sprechen wir darüber und wir werden eine Lösung finden. Die Leute die es wissen, halten das für verrückt, aber ich finde es nicht schlimm und es war sogar meine Idee.Für mich ist es eine Dienstleistung, die Olle wird bestimmt danach nicht anrufen und ihn mir ausspannen wollen, so viel ist sicher. Es ist ein Bedürfniss was befriedigt werden würde, wenn es denn auftritt.
Etwas völlig anderes wäre eine Affäre für mich, geistige Bindung an eine andere Frau wäre der Inbegriff  der totalen Zerstörung für mich. Alles woran ich glaube, würde zerstört werden und das weiß mein Mann. Es gibt nichst worüber man nicht mit mir reden kann. Dieses Wissen möchte ich auch an meine Zukunftskinder geben.
Ich mache mir viele Gedanken darüber wie ich als Mama gerne sein möchte, über meine eigene Kindheit und Werte und Normen die mir wichtig sind. Frei, wild und verrückt kann man irgendwie ja nur sein, wenn man einen Papa auf einer Tackatuckainsel hat, der einem einen Koffer Gold schickt und das in regelmäßgen Abständen. In anderen Worten: Sicherheit. Kinder können, so stelle ich es mir vor, nur dann wirklich loslassen, wenn sie sicher sind aufgefangen zu werden. Dazu gehört die Grenzen zu kennen, die eigenen und die des anderen. Klettere ich 100 m hoch, dann weiß ich, dass es schwer wird mich zu fangen, klettere ich aber an der gemeinsamen Grenze und kenne deren Wert, dann werde ich gefangen, egal von welcher Stelle ich falle. Meine Kinder sollen in dieser Welt normal werden. Das reicht mir. Sie sollen Kinder sein, sie müssen nicht Mandarin beherrschen mit 5 Jahren, Geige, Cello und Zitter (voll retrooo) spielen und ein Virtuose der frühkindlichen Medienbeherrschung sein. Sie sollen wissen, wir sind da, als Mama und Papa,als Basis. Auf uns können sie all ihre Luftschlösser bauen, wenn es zusammen bricht sind wir da,fangen auf, selbst wenn wir ihnen gesagt haben, dass es nicht hält. Vertrauen in die eigenen Fehler und das Vertrauen etwas richtig falsch machen zu können, daraus zu lernen. Ein Gefühl für Werte entwickeln, sich an sich selbst reiben und entwickeln. Das sind die Dinge die mir als Mama wichtig sind, glücklich zusammen wachsen als Familie, zusammen wachsen und zusammenwachsen. Ich will gar keine perfekte Mama sein, ich will schließlich keine perfekten Kinder, ich möchte liebevolle Kinder und eine liebevolle Mama sein. Was bringt mir Perfektionismus wenn die Liebe oder Wärme fehlt? Vier Wände und ein Dachen ergeben schließlich auch nicht einfach so ein Zuhause.
Darüber wie ich als Mama sein möchte, habe ich mir vor Goldstück keine Gedanken gemacht, ich wäre einfach Mama geworden, statt bereits eine zu sein. Meine Tochter bringt mir so viel bei, so viel über mich und das Leben als Mama. Dinge, die ich ohne sie vielleicht niemals gelernt hätte und ja bei dem Gedanken platzt mir die Brust fast vor Stolz, denn da ist sie, nur ein Wimpernschlag entfernt und hängt wie ein kleines Affenbaby an meinem Herz. WIr sind eine ganz normale kleine Familie, mein Mann, mein Hund, meine Tochter und ich, auch wenn unsere Tochter für viele Augen nicht sichtbar ist.

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