Mittwoch, 15. Februar 2017

Verantwortung

Verantwortung, ein großes, schweres Wort, ein gewichtiges Wort. Denn wir tragen sie in jedem Augenblick mit uns. Verantwortung für mich, mein Leben, meinen Partner, für meinen Hund, für Goldstück. Für alles mit dem ich in meinem Leben in Kontakt trete, muss ich zwangsläufig irgendwie Verantwortung übernehmen.
Es obliegt meiner Verantwortung, dass ich ein guter Mensch bin. Niemand außer mir selbst kann mich zu dem machen, was ich gerne sein möchte. Die eigene Wunschvorstellung als Vorbild, geht das? Ich meine ja.
Natürlich kann man sagen, ich bin so geworden, weil meine Umwelt mich dazu gemacht hat, böse, verbittert, gemein, eingebildet, verschüchtert, nett, höflich. Aber das hieße, dass man keine Wahl gehabt hat. Es heißt, die Verantwortung für das eigene Selbstbild, das eigene Handeln abzugeben.
Vieles in unserem Innersten hängt sicherlich mit unserem Umfeld zusammen. Wo sind wir aufgewachsen, wie erzogen worden?
Aber unseren inneren Kompass für richtig und falsch, der lässt sich nicht beeinflussen. Jeder entscheidet individuell wie er in einer Situation handelt, wie er agiert, nicht reagiert.
Goldstückchens Krankheit war falsch, die damit eingehende Entscheidung für Ihren Tod so kurz vor der Geburt hingegen richtig, sagt mein Kompass. Meine Trauer, meine Sehnsucht richtig, Selbstmord, Verzweiflung, Verlust der Lebenslust falsch.
Verantwortung. Verantwortung für mich und mein Kind zu übernehmen zu einem Zeitpunkt wo ich sie lieber abgegeben hätte, war ein weiterer Punkt auf dem Weg zu dem Menschen der ich gerne sein möchte. Ein Mensch, der liebt und der vergeben kann. Ein offener Mensch, ein Mensch mit Fehlern aber diese kennt und damit arbeitet.
Vielleicht bin ich manchmal zu ehrgeizig, vielleicht mache ich es mir manchmal zu leicht indem ich Verantwortung für andere übernehme und damit an meiner Eigenverantwortung spare. Gut zu anderen sein, ist oft leichter und schneller erledigt als gut zu sich selber zu sein. Man fühlt sich gut, aber tut man sich gut?
Vielleicht habe ich mich übernommen, in letzter Zeit habe ich das Gefühl ich muss mich um mich selber kümmern. Der Ruf, mir selber zuzuhören wird größer. Vielleicht habe ich alles noch gar nicht so gut verarbeitet wie ich dachte. Vielleicht war das mein Wunsch nach Verantwortung für mein Leben, meine gedachte Verantwortung der Umwelt gegenüber, dass sich niemand sorgen muss. Habe ich Dinge dabei verdrängt? In der Tiefe begraben um funktionieren zu können?
Wenn ja, liebes "Selbst", dann hole ich es jetzt nach. Ich kümmere mich um dich. Akupunktur, Hypnose, Physiotherapie, schwimmen gehen, Neustart. Du musst gar nicht immer funktionieren, sollst Zeit bekommen um zu heilen, auch in der Tiefe. Kleine Auszeiten, für dich, für mich, damit wir wieder eine Einheit sind, ich nicht mehr permanent krank werde. Alles wird gut werden, das verspreche ich mir! Goldstück, ich liebe dich!

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