Samstag, 18. März 2017

Die Geburt - ein Moment voller Nähe

Zu Beginn meiner Schwangerschaft habe ich mich oft durch Mamablogs geklickt. Dann kam alles anders und ich habe diese Blogs gemieden wie die Pest... Bis vorhin. Da sah ich durch Zufall den Aufruf von HerzBauchWerk, ein Blog den ich in der Schwangerschaft gerne gelesen habe. Ein Aufruf zur Blogparade bezüglich #wasistGeburt. Man soll beschreiben was für einen "Geburt" ist und es hat mich zurück denken lassen.
Wie laut eine stille Geburt sein kann,  wie anders es sein muss, wenn alles normal abläuft. Es hat mich erinnert wie stark ich doch sein kann und was mein Körper da geschafft hat und durchmachen musste.
Der errechnete Termin war ja gar nicht mehr weit weg als ich in Tübingen war um mein Goldstück auf die Welt zu bringen. Doch fangen wir am Anfang an.

Geburt hieß für mich Vorbereitung. Ich war etwas ängstlich, war absolut gegen eine PDA. Der Geburtsvorbereitungskurs war toll, nahm mir die Angst, stärkte meine Meinung gegen eine PDA zu sein. Ich bin aus diesem Kurs mit dem Gefühl gegangen, dass eine Geburt absolut das war, was ich wollte, konnte und brauchte. Ich habe mich so richtig darauf gefreut! Ich wollte mich durch die Wehen atmen, mein Becken kreisen lassen und all die tollen Übungen mit meinem Göttergatten durch turnen.
Dann war Goldstück plötzlich nicht lebensfähig, dann tot in meinem Bauch und am Tag drauf kniete ich in einem viel zu kleinen Krankenhauszimmer auf dem Boden, biss in die Bettdecke und brüllte meinen Wehenschmerz in die Matratze. Mein Mann aß sein Mittagessen und ich dachte ich sterbe. Eingeleitete Wehen sind fies. Pustekuchen von den angekündigten 45 Sekunden Wehen, 90 Sekunden Pause. (Liebe Hebamme im Kreißsaal, es gibt Gerüchte, dass ich ziemlich fies rumgebrüllt habe, was der Mist soll, mir wurde was anderes versprochen bezüglich der Wehen-/Pauselänge bla zeter bla.... Tut mir leid....ich war etwas gestresst, fürchte ich.)
Dann wurde jede Form von Schmerzmittel in mich gepumpt, was allerdings so gar nichts brachte im Unterleib, statt dessen schlabberte mein Kopf und Oberkörper, frei von Kontrolle, rum.
Aber, obacht jetzt wird's wichtig, das Gefühl, zu merken wie das Köpfchen tiefer rutscht ist faszinierend, was leistet unser Körper da bitte für ein verdammtes Wunder??? Selbst, dass mein Goldstück tot zur Welt kam, kann es nicht ändern, dass eine Geburt, so schmerzhaft sie ist, etwas wundervolles ist. Etwas, was nur wir Frauen vollbringen können. Meine Geburt mit Goldstück war der innigste Moment mit ihr, sie auf die Welt zu bringen, zu sehen zu was ich imstande bin, das war toll! Mit jeder Wehe kommt man dem Ziel ein Stück näher, man spürt sein Kind.
Ja, ich will das wieder! Ja, beim nächsten Mal wird es leben und ich kann so stolz bleiben wie ich es nach der Geburt war. Wärme schenken, Muskelspannung fühlen, ein Baby, dass bei der Geburt mithelfen kann. Ich bin so gespannt darauf!
Geburt ist für mich schön, eine Verwandlung von der Frau zur Mutter. Geburt heißt für mich immer noch Vorbereitung, mittlerweile aber auch Nachbereitung, Stichwort Wochenbett.  Und Geburt heißt mittlerweile Sicherheit, den eine der schlimmsten Situationen habe ich bereits durchstanden.

Kommentare:

  1. Liebe Gina
    Vielen lieben Dank für deinen ehrlichen und sehr berührenden Beitrag zu meiner Blogparade. Es ehrt mich sehr, dass du als SternenMama deinen Beitrag zu dieser Parade leistest, ich bin gerade sehr tief im Herzen berührt. Ich weiss, wie es sich anfühlt, ein Kind zu verlieren. Ich kenne eingeleitete Wehen (und ja, das ist nicht dasselbe wie wenn es natürlich los geht). Ich wünsche dir von Herzen, dass du bald wieder eine wunderschöne Schwangerschaft in Vertrauen erleben und ein gesundes Baby auf die Welt bringen und in den Armen halten darfst!
    Danke für alles, herzliche Umarmung
    Tanja

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    1. Liebe Tanja, ich glaube eher, dass ich dir danken sollte für alles was du bist, schreibst und zeichnest! Fühl dich gedrückt

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