Samstag, 4. März 2017

Zeit für Veränderungen

In 5 Tagen ist es genau 6 Monate her, dass ich mein kleines Goldstück auf die Welt gebracht habe. 6 Monate als Mama, 6 Monate ohne Baby.
Und mit einem Mal ist der Wind aufgefrischt, es tut sich etwas in der Welt da draußen, es tut sich etwas in mir.
Ich strecke mein Köpfchen in die Sonne, wie die zarten Frühlingsblumen da draußen. Den Winter über haben sie ausgeharrt, in Dunkelheit und Kälte haben sie sich versteckt. Und doch haben sie nach dieser trüben, lebensfeindlichen Zeit immer noch genug Kraft sich an die Oberfläche zu kämpfen und besser. Sie erblühen, verwandeln eine karge, trostlose Matschlandschaft in ein fröhliches Farbspektakel. Selbst wenn sich das schlechte Wetter nochmals aufbäumt mit Kälte, Eis und Schnee, so hat es doch längst verloren. Der Frühling ist unaufhaltsam. Die Pflanzen sammeln Kraft, strecken sich, bilden Knospen und so geht es auch mir.
Kann sein, dass es an der Akupunktur liegt, die ich seit einigen Wochen mache, aber ich fühle mich gut, wie seit langem nicht mehr. Voller Kraft, voll neuem Leben. Zufriedenheit ist dem Zweifeln gewichen.
Es ist schön da draußen, es ist schön hier drinnen, endlich bin ich wieder bei mir. Es stehen Veränderungen an, ich werde meinen alten Job kündigen, es ist beschlossene Sache. Ich werde zukünftig voll in den Betrieb meines Mannes einsteigen und ich bin weiß Gott so furchtbar dankbar, dass ich diese Möglichkeit habe. Es bedeutet mehr Freiheit, Verbundenheit und Sicherheit für mich auch wenn ich meine so lang hoch gehaltene Unabhängigkeit meinem Mann gegenüber damit aufgebe.
Ich will wieder mehr malen, töpfern, nähen, fotografieren. In einem Lied habe ich neulich die Zeilen: "...Ich kann den Wind nicht ändern, nur die Segel drehen...", gehört. Es stimmt, was passiert, ist passiert. Das mit Goldstück, die nicht eintreten wollende neue Schwangerschaft, ich kann es nicht ändern, also was soll es. Dann ändere  ich eben die Richtung, richte trotzdem das Kinderzimmer weiter ein, es soll nicht länger ein totes Zimmer sein, es soll Leben ausstrahlen und nicht den Tot. Ich werde, wenn alles klappt zukünftig ehrenamtlich Sternenkinder fotografieren für und mit ihren Eltern. Krankheit kann man heilen, das Schicksal nicht.
Ich habe wieder einen geregelten Tag, mit Arbeits- und Freizeit.
Es fühlt sich richtig an, also mache ich es. Ich schmeiße die Ängste vor der Welt da draußen über Bord. Springe runter von meiner Eisscholle, die Insel, ich sehe sie!

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